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Bild: CC-BY-NC-ND, "96dpi"@flickr

Zuerst schien es, als sei es ruhig geworden um die Killerspieldebatte. Die Minister die noch vor kurzem so scharf gebellt haben, dass sie ein Verbot einführen wollen, sind verstummt. Gut, vielleicht brauchen sie nur sehr lange, aber das ist in Zeiten von Netzzensur im Eiltempo auch schon mal was gutes.

Ganz anders sieht die Sache derzeit bei den Gemeinden aus. Dort sind schon mehrfach Turnier-Conventions und LAN-Partys daran gescheitert, dass die Gemeinden den Veranstaltern die Räumlichkeiten unter den Füßen weggezogen haben. Nebenbei: Auch ein Kinder-Live-Rollenspiel musste schon ins Gras beißen.

Eine ganze neuen Dimension, nimmt die Hetze gegen Gamer jetzt mit dem Fall der Webseite gamersunity.de an. Der renomierte Verein, der sich um Waisen und vernachlässigte Kinder kümmert, weigerte sich eine Spende in Form von Banner-Platz auf der Webseite anzunehmen. Der Grund sei, dass auf der Webseit auch über Spiele geschrieben wird, die von den Verantwortlichen bei SOS-Kinderdorf, als ethisch verwerflich angesehen werden. Gemeint sind dabei natürlich Ego-Shooter, ein Blick auf die Webseite zeigt etwa Artikel über „Battle Field“.

Normalerweise betone ich an dieser Stelle immer, wie wichtig es ist, dass sich die Gamer nicht mehr hinter ihren Bildschirmen verstecken, sondern endlich auf die Straße gehen. Aber die Aktion „Wir sind Gamer“ hat gezeigt, dass ich das gar nicht mehr muss. Bedauernswert ist es dennoch, dass die Hetze einiger konservativer Politiker schon so heftig bei den Menschen angekommen ist, dass ein gemeinnütziger Verein nicht mal mehr eine Spende von Gamern annehmen will.