Geld

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Wenns ums Thema Internet und Urheberrecht geht, dann hört man aus der Richtung der Bundestagsparteien nur „Verschärfung“, „Geistiges Eigentum“, „Internetsperren“ und „Three-Strikes“. Sogar die sich super liberal gebende FDP ignoriert plötzlich ihre liberale und marktwirtschaftliche Ausrichtung und will die künstlichen Monopole um jeden Preis erhalten. Dass dabei Verbraucherschutz und Bürgerrechte auf der Strecke bleiben, interessiert keinen. Auch dies ist ein Grund, warum wir die PIRATEN bitte notwendig haben.

Umso erfreulicher ist es, dass die Grünen auf diese Problematik mal positiv reagieren wollen. Schade, dass das ganze zu einer Luftnummer verkommt, die Grünen setzen sich nämlich für die Kulturflatrate (KFR) ein. Diese besagt, dass jeder der einen Internetanschluss kauft, darauf eine Abgabe zahlt, aus der dann die Künstler finanziert werden.

Die Grünen sind damit der Zeit längst hinterher. Während man vielleicht früher noch mit der Idee aufkam, erkennen heute diejenigen die sich intensiver damit beschäftigen, dass es eine Sackgasse ist. Nicht nur weil die KFR eine Zwangsabgabe ist, die von der Idee her eigentlich nichts anderes ist, wie die GEZ-Gebühr auf Computer, sondern weil es schlicht und ergreifend nicht darum geht, ein per Gesetz geschaffenes Verwertungsmodell durch ein anderes zu ersetzen. Wenn wir Wissen und Kultur wirklich befreien wollen, dann müssen wir auch den Schaffenden hier mehr Eigenverantwortung aufbürden und den  Gesetzgeber mehr aus der Sache rausnehmen.

Natürlich wäre es dennoch schön, wenn man gute politische Ideen in die Problematik einbringt, die sich nicht mit den Bürgerrechten beißen. Gerade die Frage, wie man die negativen Auswirkungen der Übergangszeit abmildert, ist interessant. Wir haben gerade einen alten Content-Markt, der zusammenbricht und einen neuen, der noch in den Kinderschuhen steckt. Eine gute Idee wie man diese Übergangszeit überbrückt, ohne die Entwicklung eines neuen Marktes zu behindern, weil man nur den alten zu ersetzen versucht, wäre also wünschenswert. Wie ich schon selbst feststellen musste, ist das natürlich nicht ganz so einfach, aber lieber lange an einer guten Lösung arbeiten, als schnell eine schlechte zu präsentieren.