Darf man der Gamestar glauben, gibt es in Brasilien demnächst ein Gesetz gegen „anstößige“ Spiele. Der Gesetzesvorschlag ist so dämlich, den kann ich euch einfach nicht vorenthalten:

Es besagt, dass „die Herstellung, der Verkauf, der Import, der Handel und der Besitz von Videospielen, die die persönlichen Traditionen, den Glauben, die Religion und die Symbole des Kunden beeinträchtigen“ verboten ist.

Das Ganze kann natürlich ein Übersetzungsfehler sein, aber wenn dem nicht so ist, dann kann man sich eigentlich nur eine Facepalm geben. Mal ganz davon abgesehen, dass sich Tradition, Glaube und Religion in meinen Augen nicht durch Spiele „beeinträchtigen“, sondern höchstens irgendwie „beleidigen“ lassen, ist insbesondere der Pasus „des Kunden“ irgendwie irrwitzig.

Wenn ich jetzt ein Spiel herstellen würde, in dem ich die Weltreligionen bis unter die Gürtellinie durch den Kakao ziehe, dann kann man das ganze zwar vielleicht irgendwie als geschmacklos bezeichnen und es werden sich sicher Leute drüber echauffieren, aber das muss in einem freien Staat jeder abkönnen. Den Kunden, die sich dadurch beeinträchtigt fühlen bleibt eine ganz andere Option: nicht kaufen.

Aber jetzt kommt das Beste: es ist ja nicht nur die Herstellung verboten, sondern sogar der Besitz. Nach meiner Logik passiert jetzt folgendes: Ein Kunde kauft ein Spiel, muss er ja, sonst wäre er ja kein Kunde. Jetzt fühlt er sich dadurch in seinem Glauben beeinträchtigt, aber sobald er das tut, besitzt er ja ein solches Spiel und macht sich dadurch selbst strafbar. Sinn?

Hoffen wir, dass da nicht soviel dran ist wie man auf dem ersten Blick vermuten kann. Und wenn doch, hoffen wir, dass dieses dämliche Beispiel nicht Schule macht.