Der Paukenschlag über Osama bin Ladens Tod ist heute wohl niemandem entgegangen. Was dies nun für die Welt bedeutet, wird sich zeigen müssen. Am meisten geschockt war ich aber nicht über den Militärschlag oder die Nichtkombatanten unter den Opfern (eine Frau soll ja ins Kreuzfeuer geraten sein), sondern über die Reaktion der Öffentlichkeit in den USA. Dort sieht man jubelnde Massen, ein Bild zeigt eine junge Frau die auf den Schultern eines Mannes sitzend, eine historischen US-Flagge hält. Es wirkt eher wie die Loveparade zu ihren guten Zeiten. Andere Reaktionen aus den USA sieht man nicht.

Vielleicht bin ich da der einzige, aber ich empfinde es als widerlich den Tod eines Menschen zu bejubeln, völlig egal wieviel Blut an dessen Händen klebt. Es wäre vielleicht angebracht gewesen, in Stille den Opfern des Terrorismus und des Krieges gegen den Terrorismus zu gedenken. Es wäre an der Zeit gewesen, zu hoffen, dass der Tod des Hetzers uns näher an ein Ende der Gewalt als an deren Eskalation gebracht hat. Nach solchen widerlichen und massenhaften „in your face“-Aktionen, darf sich eigentlich kein Amerikaner mehr über Araber aufregen, die öffentlich brennende US-Flaggen bejubeln. Mein Bild der US-Bürger hat sich heute nachhaltig verschlechtert.

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