12%. Das ist die Zahl, die Forsa bei der Sonntagsfrage für die Piraten ermittelt hat. Ob ihr mir glaubt oder nicht, ich bin immer noch ein bisschen sprachlos. Ich war schon fast wieder versucht mir die Gefühle vom Leib zu schreiben. Aber auch ganz abseits der Gefühle, will ich eins loswerden: Die Zahl von 12% ist vielleicht eher eine obere als eine untere Grenze (wer weiß was nach den nächsten beiden Landtagswahlen passiert), dennoch gibt sie sowohl Anlass zum Jubel, als auch Anlass zur Besinnung.

Diese Zahl ist erstmal ein Zeichen, für das Vorschussvertrauen, das uns von den Wählern entgegen gebracht wird. Es muss uns klar sein, wenn wir diesem Anspruch nicht gerecht werden, geht es genau so schnell wieder nach unten (auch die FDP hatte ein zweistelliges Wahlergebnis). Wir müssen uns also stetig weiterentwickeln. Dabei dürfen wir aber weder in Hektik verfallen, noch uns jetzt auf den Vorschussloorbeeren ausruhen. Grundsätzlich glaube ich sind wir bisher bei einem guten Tempo, lasst uns das halten.

Die anderen Parteien und diverse Lobby-Verbände werden uns jetzt aber noch mehr angehen, als sie es jetzt schon tun. Hier müssen wir acht geben. Zum einen ist es wichtig, dass wir unsere Prinzipien nicht verraten, egal wieviele Dörings von der Tyrannei der Masse reden und wieviele Regeners über die bösen Raubmordkopierer schimpfen. Die Stelle an der wir uns tatsächlich weiterentwickeln müssen, liegt in unserem Diskussionsstil. Piratenanhänger (aber auch -gegner) neigen gerne dazu in politischen Debatten ins Flamen zu verfallen. Hier glaube ich ist es bei einer Zahl von 12% umso wichtiger, dass wir zeigen, dass wir einen konstruktiven, politischen Diskurs führen wollen. Das heißt nicht, dass man sich polemische Aussagen a la Uhl, Herrmann oder Regener nicht scharf angreifen darf, aber wir werden im hoffentlich eintretenden parlamentarischen Betrieb auch mit den andern Parteien und Interessengruppen zusammenarbeiten müssen.

Ein Beispiel: Über die Gründung von CNetz wurde ja viel Spott augelassen und irgendwo war der verdient. Die C-Parteien als solche sind bisher die größten Feinde eines freien Netzes, auch heute noch. Dennoch will ich hier mal explizit das Engagment der Einzelpersonen, die selbst in einem unflexiblen Klotz wie den konservativen Parteien (Bild eines Außenstehenden) anständige Netzpolitik machen wollen, explizit begrüßen. Peter Tauber hat bisher z.B. trotz der grausamen Netzpolitik der CxU-Spitzen immer sehr gute Debattenbeiträge gebracht. Wir werden CNetz an seinen Erfolgen messen können. Schauen wir mal, ob sie die Konservativen in Bewegung bringen und den Law-and-Order-Spinnern anständig Paroli bieten oder nur wieder ein Feigenblatt a la CSU-Netzrat werden.

Und noch als kleine Randbemerkung: Das gilt auch parteiintern. Wir alle haben Differenzen, wir alle streiten uns, auch heftig. Dennoch dürfen wir nicht nachtragend sein, sondern müssen in die Zukunft blicken. Bei 12% mehr denn je.