Da stand ein Gesetzeslehrer auf, und um Jesus auf die Probe zu stellen, fragte er ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort? Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst. Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach und du wirst leben.

Der Gesetzeslehrer wollte seine Frage rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster? Darauf antwortete ihm Jesus: Eine Frau ging in den Kölner Stadtteil Kalk und wurde von Vergewaltigern überfallen. Sie setzten sie unter Drogen und verrichteten die Notzucht an ihr; dann gingen sie weg und ließen sie bewusstlos liegen. Zufällig war das katholische St.-Vinzenz-Krankenhaus in der Nähe; sie suchte Hilfe und wurde abgewiesen. Auch das katholische Heilig-Geist-Krankenhaus war in der Nähe; dort wurde sie abgewiesen. Dann kam sie zu einem Krankenhaus, das von Protestanten getragen war. Als man sie dort sah, hatte man Mitleid, nahm sie auf und untersuchte sie. Dann sicherte man Beweise, damit der Frau vor Gericht Gerechtigkeit widerfahren kann. Was meinst du: Welche von diesen dreien haben sich als die Nächsten derer erwiesen, die von den Vergewaltigern überfallen wurde? Der Gesetzeslehrer antwortete: Die, die barmherzig an ihr gehandelt haben. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle genauso!


Hintergrund: „Bedauerlicher Zwischenfall“ in Gottes Namen