Ein Spoof einer O2-Werbung mit dem Text: DrO2ssel

Erinnert ihr euch noch an #Drosselkom? Die Telekom hatte in ihre DSL-Verträge eine Klausel eingebaut, nach der die Bandbreite nach einer bestimmten Menge an verbrauchtem Traffic gedrosselt wird, ähnlich wie man es schon beim Pseudo-Internet (vulgo: mobiles Internet) kennt. Der große Gegenwind und ein entsprechendes Gerichtsurteil brachte die Telekom zum Zurückrudern. Jetzt wollen aber eigentlich alle großen Anbieter irgendwie mehr Geld und so ist es Telefonica (O2), die nun als nächstes den Angriff wagen. Dabei setzen sie auf größeren Spielraum und eine der dreistesten Neusprech-Schöpfung seit Orwell’s Wahrheitsministerium, dem »Fair-Use-Vorteil«. Und dennoch ist der Protest bei Telefonica eher verhalten.

Ein Grund dafür ist, dass der größte Kritikpunkt bei der Telekom die Verletzung der Netzneutralität war. Die Telekom wollte ihren eigenen IP-TV-Dienst Entertain von der Drosselung ausnehmen. Begründet wurde dies damit, dass sie sich den Begriff des »managed service« aus dem (pardon) A*sch gezogen haben. Eine solche Verletzung der Netzneutralität sucht man bei Telefonica erst mal vergebens.

Alles was sie tun, ist die Flatrate abzuschaffen, auch wenn sie beteuern, dass es ja nicht so ist, weil die meisten ja deutlich weniger als 300 GB im Monat verbrauchen. Aber diese Diskussion haben wir bei #Drosselkom schon durch. Kurzfassung: in ein paar Jahren brauchen wir alle mehr Traffic, insbesondere Mehrpersonenhaushalte.

Nun ist die Flatrate an sich kein so fundamentales Prinzip wie die Netzneutralität, aber ich möchte hier dennoch eine Lanze dafür brechen. Denn die Flatrate ist es erst, die unsere Entwicklung zu einer digitalen Kommunikationsgesellschaft den Weg geebnet hat. Zu Analog- und ISDN-Zeiten musste man nach dem Einwählen fast schon die Stoppuhr einschalten. Internetverbindung gab es damals nur sitzungsweise. Man »ging ins Internet« und kam dann quasi wieder zurück. Den Rechner mal schnell online laufen zu lassen war kaum drin, davor einzuschlafen war eine Kostenfalle. Erst die Flatrate hat es uns ermöglicht die digitale Kommunikation ohne Angst vor horrenden Kosten zu nutzen und eben nicht mehr »Internetsitzungen« abzuhalten, sondern dauerhaft vernetzt zu sein. Und ich bin heilfroh, dass ich am Festnetz nicht wie beim Handy darauf achten muss, dass am Monatsende noch genug Internet da ist. Die Abschaffung der Flatrate wäre für die Weiterentwicklung unserer digitalen Kommunikationsgesellschaft verheerend.

Nun ist der Ansatz ein Gesetz zum Erhalt der Flatrate zu schaffen wohl eher ein dickes Brett. Aus diesem Grund bleibt uns als erstes wohl nur die Lösung, die Sprache zu sprechen, die Unternehmen verstehen: Geld. Es bleibt nur die Drosselanbieter rigoros zu boykottieren. Wenn ein Anbieter damit durchkommt, wird der Rest nachziehen. Die #Drosselkom hat ihren dauerhaften Imageschaden schon weg, jetzt muss #DrO2ssel auf die Abschussliste.